Sommer, Sonne, Staaten! Ich bin unterwegs in die USA, besuche entfernte Bekannte, allein. Es ist ein kleines Abenteuer, ich weiß nicht viel über meine "Gastfamilie" und das was mich erwartet.
Einmal in die USA zu reisen war immer mein Traum. Die Verklärte Vorstellung vom Amerikanischen Traum, vom Land der unbegrenztem Möglichkeiten zieht mich in die Staaten. Zwei Wochen werde ich in Pensilvanya verbringen, an den Wochenenden geht es an den Strand nach New Yersey. Ich freue mich auf eine tolle und actionreiche Zeit, will diesen Sommer vor dem letzten Schuljahr nutzen; für Freunde, Erfahrungen und um Kraft zu tanken!
Posts mit kleinen Reiseberichten und Bildern werden folgen!
Mittwoch, 1. Juli 2015
Sonntag, 28. Juni 2015
Musik op Kölsch - Konzert von Cat Ballou & Kasalla
Aus der "Stadt mit K" sind an diesem Abend zwei junge Bands angereist, im Gepäck haben sie Kölsches Liedgut, neu aufgelegt und jede Menge gute Stimmung. Auch die Fans sind gespannt, heute wollen sie noch einmal Karneval feiern - im Juni. Kein Problem für die Jungs von "Cat Ballou" und "Kasalla", die sowohl fastelovends Lieder als auch rockige Songs in ihrem Heimatdialekt neu interpretieren. Allesamt sind sie ihrer kölschen Muttersprache treu geblieben, und besingen mit ihrer Musik ihre Liebe zu ihrer Stadt, dem Karneval und dem Leben. Sie sind musikalische Lokalpatrioten, und das kommt bei den Zuhörern gut an. Ihre Lieder sind echt und authentisch, und auch wenn sie an diesem Abend nicht in Köln spielen, fühlt sich hier ein jeder mit der Domstadt verbunden. Das Publikum ist so bunt gemischt wie bei nur wenigen Künstlern, von sechs bis sechzig Jahren - jeder Jeck ist bei den beiden Bands willkommen.
Die Musik von Cat Ballou steht noch deutlich unter dem Einfluss der jungen Akteure, die Sehnsucht nach der Unbefangenheit im Bälle Paradies oder die Verletzungen beim Skateboard fahren sind Themen ihrer Songs. Bei den etwas reiferen Jungs von Kasalla spricht die Lebenserfahrung aus ihren Texten, sie sind rockiger und bringen als Schlusssact die Menge zum Kochen.
Cat Ballou und Kasalla singen ein Loblied auf ihre kölsche Heimat und tragen das kölsche Dialekt in die Welt hinaus, dabei sind sie neu und frisch, und begeistern neben den alteingesessenen Bands wie Brings oder Bläck Fööss auch die Jugend für die kölsche Mundart. Dabei folgen sie einem wichtigen Auftrag: das kölsche Dialekt darf nicht aussterben, Kultur und sprooch müssen weiter getragen werden - nicht nur an Karneval. auch und gerade für nicht-Kölner interessant!
Die Musik von Cat Ballou steht noch deutlich unter dem Einfluss der jungen Akteure, die Sehnsucht nach der Unbefangenheit im Bälle Paradies oder die Verletzungen beim Skateboard fahren sind Themen ihrer Songs. Bei den etwas reiferen Jungs von Kasalla spricht die Lebenserfahrung aus ihren Texten, sie sind rockiger und bringen als Schlusssact die Menge zum Kochen.
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| "Kasalla" ist das rheinische Wort für Ärger oder Krawall |
Cat Ballou und Kasalla singen ein Loblied auf ihre kölsche Heimat und tragen das kölsche Dialekt in die Welt hinaus, dabei sind sie neu und frisch, und begeistern neben den alteingesessenen Bands wie Brings oder Bläck Fööss auch die Jugend für die kölsche Mundart. Dabei folgen sie einem wichtigen Auftrag: das kölsche Dialekt darf nicht aussterben, Kultur und sprooch müssen weiter getragen werden - nicht nur an Karneval. auch und gerade für nicht-Kölner interessant!
Dienstag, 23. Juni 2015
Besuch in der Hauptstadt - Ein Provinzgymnasium im Großstadtdschungel
Nirgendwo ist das Bewusstsein für die Geschichte unseres Landes so lebendig, aktuell und authentisch! Im Rahmen einer Stufenfahrt mit meinem Geschichts-Leistungskurs habe ich in der letzten Woche vier Tage in Berlin verbracht. Bundestag, Brandenburger Tor und besondere Menschen, ein Besuch in der Hauptstadt lohnt sich!
Vom Dritten Reich über die Teilung Deutschlands bis zur heutigen Regierung - hier ein paar Eindrücke meier Woche in Berlin:



Am Abend, als Sonne in Berlin ging gerade untergeht, können auch wir die Kuppel begehen, und uns die Hauptstadt aus dieser besonderen Perspektive betrachten.
Unter uns, protestieren BEGIDA Demonstranten gegen Immigration und fremde Kulturen, ein großes Polizeiaufgebot im Schlepptau.


Vom Dritten Reich über die Teilung Deutschlands bis zur heutigen Regierung - hier ein paar Eindrücke meier Woche in Berlin:
Das Holocaust-Mahnmal - stark umstritten, viel kritisiert: es sind graue Steinblöcke, statisch und bedrohlich ragen sie aus dem Boden. Sie bilden ein Labyrinth aus Ausweglosigkeit und Verzweiflung, Bedrückung und Enge säumen den Weg. Es lohnt sich, einmal durch das ganze Areal zu gehen, und die dunkle Atmosphäre der Ereignisse der Vergangenheit aufzunehmen,
Warum hat sich der Künstler für Steinklötze entscheiden? Einige sagen, sie stünden für Särge, andere deuten sie als Symbol für die Einzelschicksale und Individuen, die oft in der Masse der Opfer des Holocausts untergehen.
Aber das Denkmal bekommt Risse, für viele ein Anlass zum Ärgernis. Als hätte der Künstler es beabsichtigt, bieten auch diese Markel Raum zur Interpretation: In unser heutigen Gesellschaft gibt es immer noch Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Hass. Wir haben eine schein-liberale und weltoffene Kultur aufgebaut, doch es bröckelt gewaltig hinter der Fassade. Haben wir nicht aus unserer Vergangenheit gelernt?
"Im Namen des Volkes" prangert in Stein gemeißelt über dem Hauptportal des Reichstages. Ein alter Grundsatz, Basis einer Demokratie. Dahinter ragt die gläserne begehbare Kuppel empor, von weitem sind es viele kleine schwarze Punkte, die sich im Volkskörper bewegen.
Unsere Schulgruppe hat das Glück eine Führung eines Abgeordneten durch das Paul-Löbe-Haus zu bekommen, und so viele besondere Eindrücke aus der Regierungszentrale mitnehmen.
Unter uns, protestieren BEGIDA Demonstranten gegen Immigration und fremde Kulturen, ein großes Polizeiaufgebot im Schlepptau.
„Das hier war ein grausamer
Ort, und doch war es nur der Vorhof zur Hölle.“ Wir befinden uns im Zentralen
Untersuchungsgefängnis Hohenschönhausen, wo von 1951 bis 1989 politische
Gefangene vom Ministerium für Staatssicherheit der DDR inhaftiert und gefoltert
wurden. Es befindet sich auf einem ehemaligen Militärarial, war damals auf
keiner Landkarte verzeichnet, als habe es diesen Ort des Schreckens nicht gegeben. Auch die Häftlinge selbst wussten nicht, wo sie sich befanden, es war
ein Ausharren im Ungewissen.
Herr Santos, selbst
ehemaliger Gefangener in einem Stasi-Gefängnis der DDR, spricht schnell und aufgeregt, als er uns durch die Gänge und Zellen der Haftanstalt führt. Er kennt viele Geschichten von früheren Inhaftierten,
doch auch er weiß, Zeitzeugen gibt es immer weniger. Umso wichtiger erscheint
es ihm, die Geschichte bei jungen Menschen wieder aufleben zu lassen, das
Vergangene wieder ins Bewusstsein der Gegenwart zu rufen.
Besonders eindringlich wird
uns die Besichtigung des alten Kellertraktes, in dem die Häftlinge bis zur Errichtung des Gefängnisneubaus unter
schlimmsten Bedingungen gefangen gehalten wurden. Dieser Teil der Anstalt wurde
auch „U-Boot“ genannt, weil die Inhaftierten wie die Besatzung eines Unterseebootes
in Ungewissheit und völliger Dunkelheit und Isolation in Angst und Verzweiflung
auf ihre Verurteilung zum Warten auf ihr weiteres Schicksal verdammt waren. Langsam bekommen wir ein Gefühl für die
Enge, Beklemmung und Angst, als Herr Santos uns zu zehnt einlädt, einmal in
eines der Verließe hinein zu gehen; die schwere Holztür mit den Eisenscharnieren schließt er nicht ganz, ein Lichtstrahl fällt noch in das dunkle Loch. „Die
Angst, die Verzweiflung, das Alleinsein, den Hunger aber auch die Krankheiten
und Dreck und Gestank müsst ihr euch dazu denken“ Santos spricht hektisch ja fast pathetisch über das Vergangene. Einige seiner Kollegen haben
hier die schwerste Zeit ihres Lebens erlebt. Gequält, geächtet und gepeinigt
haben viele Gefangene ihre Würde in den dunklen Kellern des Stasi Gefängnisses
verloren.
Weiter führt uns Herr Santos
über den Gefängnishof, vorbei an einem wunderschönen Blumengarten, auch damals
blühten hier die Rosen, doch durch die Gefängnisfenster aus Glasbaustein war
den Insassen jeglicher Blick nach draußen verwehrt. Er zeigt uns einen
Gefangenentransporter; in dem Lastauto mit den fünf kleinen Zellen für die
Gefangenen, manchmal getarnt als Fischtransporter oder ganz ohne Anstrich, konnten die Inhaftierten vor den Augen der ahnungslosen Öffentlichkeit nach Hohenschönhausen und in andere Haftanstalten transportiert
werden.
Im Neubau der Anstalt führt
Herr Santos uns durch die moderneren Zellen, Gewaltanwendung war nun verboten, doch
die psychische Folter kannte auch hier keine Gnade. Das Schlafen auf dem
Rücken, der ständige Wechsel zwischen elektrischem Licht und Dunkelheit, und
die nun völlige Isolation in der Einzelhaft waren eine nur minimale Verbesserungen
der Bedingungen im U-Boot.
Dabei beteuert er mehrmals, er habe
sich vollkommen emotional von diesem Ort gelöst, er habe keinerlei Gefühle wenn
er uns heute von der Vergangenheit erzählt. Und doch redet er sich förmlich in Rage,
macht kaum Pausen zwischen seinen Erzählungen. Vielleicht ist es eine Wunschvorstellung, denn wie ist eine völlige Distanzierung von der eigenen Vergangenheit nach solchen Erlebnissen überhaupt möglich? Den Wärtern, sagt er, macht er dabei keinen
Vorwurf, das täten die wenigsten. Schließlich hätten auch sie nur ihre
Anweisungen befolgt und tatsächlich geglaubt, die Insassen seien Straftäter,
Mörder und Vaterlandsverräter.
Die Verhörzellen sehen identisch aus, kahl und lieblos, und auch nach fast 30 Jahren steht der modrige Geruch von Angstschweiß und Verzweiflung noch in den Zimmern. Die Verhörenden seien oft die einzigen Menschen gewesen, mit denen die Angeklagten überhaupt sprechen konnten, eine perfide Taktik der Stasi, ihr Schweigen zu brechen.
Viele ehemalige Funktionäre und Wärter lebten heute in der direkten Nachbarschaft zu Hohenschönhausen, manchmal, sagt Santos, treffe er jemanden im nahe gelegenen Supermarkt. Eine gute Rente und ein angenehmes Leben im Eigenheim sei ihnen trotz ihrer Vergangenheit sicher.
Herr Santos spricht viel über
die grausamen Umstände der Haftbedingungen, er will uns einen besonders eindringlichen Eindruck vermitteln, will dass wir uns erinnern. Auf Fragen geht er, wenn überhaupt nur kurz
ein, und arbeitet sein Programm an Informationen strikt ab. Die Authenzität
und Echtheit geht bei einer solchen Führung verloren; trotzdem ein Anlass, seine Haltung
einmal kritisch zu hinterfragen.
| "Hinrichtungsstätte Standort des Galgens Hinrichtungen fanden vor allen Gefangenen des Lagers statt" |
Das KZ Oranienburg-Sachsenhausen - leider ohne Führung nicht besonders eindrucksvoll. Die Instrumentalisierung des Lagers durch das DDR-Regime als Propaganda gegen den Westen und zur Heroisierung der als Kommunisten verfolgten Inhaftierten des Lagers lassen sich anhand der Ausstellungen authentisch nachvollziehen. Aber leider ist von dem ehemaligen Lagerkomplex nicht mehr viel erhalten geblieben - nur noch wenige Baracken stehen zur Besichtigung zur Verfügung, aber fundierte Informationen über die Geschichte des Lagers und den Nutzen bestimmter Areale lassen sich vergeblich suchen. Bei einer Besichtigung des KZ ist eine professionelle Führung zu empfehlen!
| Der Deutsche Dom am Gendarmenmarkt |
| Pia goes Bundeskanzler! |
Die Entwicklung des Parlamentarismus in Deutschland ist eine spannende Reise durch die verschiedenen Definitionen des Demokratiebegriffes und die gesellschaftlichen Umstände. Von der Deutschen Revolution 1848/49 über die Reichsgründung 1871 zur Weimarer Republik, dem Nationalsozialismus, der DDR und schlussendlich unserem heutigem Staatssystem kann man sich in der Ausstellung im Deutschen Dom auf eine spannende Reise durch die Geschichte Deutschlands begeben. Mit einer informativen Führung durch einen Audioguide und vielen bunten Informationstafeln und Material lernt man die Fort- und Rückschritte unserer Volksherrschaft nachzuvollziehen. Da wir einige der Themenbereiche im Geschichts-LK besprochen haben, konnte wir viele politische und gesellschaftliche Zusammenhänge bereits herleiten. Ein schönes Erlebnis.
| Abendessen auf dem Restaurantschiff "Alte Liebe Berlin" bei Sonnenuntergang |
| Ein Abschlussbier am Sonycenter |
"Berlin du bist so wunderbar" – vier Tage voller Kultur, Geschichte
und Großstadtgetummel. Gutes Wetter, gute Laune und Klassenfahrtstimmung – ein gelungener Kurztrip!
Eine große Überraschung war für mich die Sehnsucht mancher
Stufenkameraden nach dem platten Land und den Wiesen und Wäldern von zu Hause –
vier Tage Großstadtdschungel lassen bei so manchen Dorfkindern Heimweh nach Kuh und Feld
aufkommen. Ich mag den Rummel und die Action in der Stadt sehr gerne, trotzdem habe auch ich eine gewisse Ruhe und Gemütlichkeit in Berlin vermisst. Die Stadt scheint
überstrapaziert von den vielen Touristen und den Attraktionen, die Hektik
bestimmt das Stadtbild.
Trotzdem – unsere Hauptstadt ist auf jeden Fall einen Besuch wert, und
es wird hoffentlich nicht mein letzter gewesen sein! Hoffentlich kann ich beim
nächsten Mal länger als vier Tage bleiben, denn um die Berliner Kulturangebote
umfassend erkunden zu können ist definitiv mehr Zeit erforderlich!
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Dienstag, 9. Juni 2015
1913 Der Sommer des Jahrhunderts - Florian Illies (Rezension)
Ein großes Zeitdokument der Intellektuellenszene im Sommer vor der Urkatastrophe des 20.Jahrhunderts
Während der Aquarellmaler und politisch durchaus interessierte Adolf Hitler von Wien nach München zieht, kämpft Franz Kafka im fernen Prag mit sich selbst und der so fremden und unkontrollierbaren Zuneigung zu Felice Bauer. Europa ist in Aufbruchsstimmung, die alles verklärende und idealisierende Epoche der Romantik ist endgültig vorbei, der Expressionismus macht Platz für Ecken und Kanten sowohl in der Kunst als auch in der Dichtung und der Musik. Thomas Mann schreibt den "Tod in Venedig", wenig später stirbt der Verlegerssohn Gerhart Fischer in der Italienischen Stadt, Freud stellt die Theorie vom Vatermord auf, und wird gleich darauf von seinem Schüler C.G. Jung erdolcht. Eine Nebenerscheinung des Stromes der neuen Zeit ist die Depression, und die "Neurasthenie", die viele Intellektuelle in den Wahnsinn reißt. So auch Maler Oskar Kokoschka, der vollkommen besessen von der Witwe Gustav Mahlers sein größtes Meisterwerk nach ihrem Vorbild erschafft; und Georg Trakel, der allabendlich auf Kokoschkas Bierfässern sitzt, und sich aus Sehnsucht nach seiner Schwester verzehrt. Depression und Verzweiflung bestimmen die Dunkle Dichtung vieler Literaten dieser Tage, so auch Trakels. Aber dieses Jahr bietet auch feurige Liebesgeschichten, wie das Verhältnis der frisch getrennten, orientalisch angehauchten Jüdin Else Lasker-Schüler mit dem vom Angesicht des Todes gezeichneten Pathologen Gottfried Benn; beide könnten sie unterschiedlicher nicht sein, verfallen einander in einer kurzen aber intensiven Liebesbeziehung, die in ihrer Ausfechtung in der Poesie ihres Gleichen sucht. Liebe, Verzweiflung und Todessehnsucht ziehen sich wie ein roter Faden durch die persönlichen Schicksale der Intellektuellen in Europa, und reißt viele in den Wahnsinn ihrer eigenen Verzweiflung.
Auch die nachfolgenden Pioniere der Weltliteratur wachsen in dieser Zeit des Strebens nach der Moderne und des Scheiterns am Ungewissen auf; so schreibt der vierzehnjährige Berthold Brecht aus Langeweile und Liebeskummer kleine Gedichte, und der achtzehnjährige Ernst Jünger setzt sich im August in Winterkleidung ins Treibhaus der heimischen Villa um seinem Traum von Afrika näher zu kommen, während Albert Schweitzer nach seiner Promotion als Arzt bereits sein Urwaldkrankenhaus aufbaut. Stalin besucht Wien, während Hitler im Männerhaus Sehenswürdigkeiten zeichnet, und Eva Braun wird im Mai bereits ein halbes Jahr alt. Florian Illies unternimmt eine eindrucksvolle und mitreißende Reise durch die Ruhe vor dem Sturm, das Jahr bevor die große Urkatastrophe des 20.Jahrhunderts Europa erschüttern sollte.
So klar Illies die beeindruckend überraschenden Querverbindungen zwischen Literatur, Musik und Kunst auch zeichnet, bleibt doch immer Raum für Spekulation. Es sind merkwürdige Zusammenhänge und folgenreiche Begegnungen so kurz vor dem ersten Weltkrieg, in einer Zeit, in der die Richtung die die europäische Geschichte nehmen würde, noch unklar war. Ein einmaliges Portrait der Europäischen Intellektuellen, eingeholt von Expression und Moderne voll Liebe, Leidenschaft und Verzweiflung gleichermaßen.
Ein großes Buch; Florian Illies beschriebt nur 12 Monate, und doch fängt er das Gefühl einer ganzen Zeit ein. Ein Epochenjahr wird zum Epochenroman.
- Autor: Florian Illies
- Verlag: Fischer
- Preis: 10,99 Euro
- ISBN 978-3-10-036801-0
Über den Autor
Florian Illies (*1971) ist Gründer der Kunstzeitschrift "Monopol" und schrieb beriets für Zeitungen wie die Zeit und FAZ, unter anderem als Feuilletonchef der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Er hat Kunstgeschichte und Neuere Geschichte in Bonn und Oxford studiert, und ist mit mehreren Preisen für seine literarische und journalistische Arbeit ausgezeichnet. Neben seinem ersten Buch mit historischen Hintergrund "1913", veröffentlichte Illies "Generation Golf", "Anleitung zu Unschuldigsein", Generation Golf II" und "Ortsgespräch".Inhalt
In einer Ambivalenz aus sicherer Wahrung in Kriegsfernheit und ideologischer Wappnung für eine Katastrophe bewegt sich das Europa des Jahres 1913.Während der Aquarellmaler und politisch durchaus interessierte Adolf Hitler von Wien nach München zieht, kämpft Franz Kafka im fernen Prag mit sich selbst und der so fremden und unkontrollierbaren Zuneigung zu Felice Bauer. Europa ist in Aufbruchsstimmung, die alles verklärende und idealisierende Epoche der Romantik ist endgültig vorbei, der Expressionismus macht Platz für Ecken und Kanten sowohl in der Kunst als auch in der Dichtung und der Musik. Thomas Mann schreibt den "Tod in Venedig", wenig später stirbt der Verlegerssohn Gerhart Fischer in der Italienischen Stadt, Freud stellt die Theorie vom Vatermord auf, und wird gleich darauf von seinem Schüler C.G. Jung erdolcht. Eine Nebenerscheinung des Stromes der neuen Zeit ist die Depression, und die "Neurasthenie", die viele Intellektuelle in den Wahnsinn reißt. So auch Maler Oskar Kokoschka, der vollkommen besessen von der Witwe Gustav Mahlers sein größtes Meisterwerk nach ihrem Vorbild erschafft; und Georg Trakel, der allabendlich auf Kokoschkas Bierfässern sitzt, und sich aus Sehnsucht nach seiner Schwester verzehrt. Depression und Verzweiflung bestimmen die Dunkle Dichtung vieler Literaten dieser Tage, so auch Trakels. Aber dieses Jahr bietet auch feurige Liebesgeschichten, wie das Verhältnis der frisch getrennten, orientalisch angehauchten Jüdin Else Lasker-Schüler mit dem vom Angesicht des Todes gezeichneten Pathologen Gottfried Benn; beide könnten sie unterschiedlicher nicht sein, verfallen einander in einer kurzen aber intensiven Liebesbeziehung, die in ihrer Ausfechtung in der Poesie ihres Gleichen sucht. Liebe, Verzweiflung und Todessehnsucht ziehen sich wie ein roter Faden durch die persönlichen Schicksale der Intellektuellen in Europa, und reißt viele in den Wahnsinn ihrer eigenen Verzweiflung.
Auch die nachfolgenden Pioniere der Weltliteratur wachsen in dieser Zeit des Strebens nach der Moderne und des Scheiterns am Ungewissen auf; so schreibt der vierzehnjährige Berthold Brecht aus Langeweile und Liebeskummer kleine Gedichte, und der achtzehnjährige Ernst Jünger setzt sich im August in Winterkleidung ins Treibhaus der heimischen Villa um seinem Traum von Afrika näher zu kommen, während Albert Schweitzer nach seiner Promotion als Arzt bereits sein Urwaldkrankenhaus aufbaut. Stalin besucht Wien, während Hitler im Männerhaus Sehenswürdigkeiten zeichnet, und Eva Braun wird im Mai bereits ein halbes Jahr alt. Florian Illies unternimmt eine eindrucksvolle und mitreißende Reise durch die Ruhe vor dem Sturm, das Jahr bevor die große Urkatastrophe des 20.Jahrhunderts Europa erschüttern sollte.
Eigene Meinung
Es ist eine seltsame undefinierbare innere Zerrissenheit zwischen Zunkunftsfantasie und Todessehnsucht, die die Lebenswirklichkeiten der Intellektuellen im Jahrhundertjahr 1913 trennt und vereint. Florian Illies erzählt ihre Geschichten mit so viel Authenzität, Charme, Witz und bitterer Vorausschau, als schreibe er einen Kitschroman. Die Stimmung scheint zwischen einer Art Weltfremdheit und düsterer Vorahnung zu wanken, denn alles scheint möglich in dieser Zeit, nichts jedoch planbar. Man ist der Euphorie genauso nah wie der Depression, die verklärte Idylle der Romantik wird endgültig verdrängt von der tosenden Zukunftsversiertheit der Moderne. Fortschritt und Rückschritt sind sich so nah wie nur selten in diesem impulsiven Jahr.So klar Illies die beeindruckend überraschenden Querverbindungen zwischen Literatur, Musik und Kunst auch zeichnet, bleibt doch immer Raum für Spekulation. Es sind merkwürdige Zusammenhänge und folgenreiche Begegnungen so kurz vor dem ersten Weltkrieg, in einer Zeit, in der die Richtung die die europäische Geschichte nehmen würde, noch unklar war. Ein einmaliges Portrait der Europäischen Intellektuellen, eingeholt von Expression und Moderne voll Liebe, Leidenschaft und Verzweiflung gleichermaßen.
Ein großes Buch; Florian Illies beschriebt nur 12 Monate, und doch fängt er das Gefühl einer ganzen Zeit ein. Ein Epochenjahr wird zum Epochenroman.
Hier geht es zu der Rezension von Florian Illies' erstem Buch "Generation Golf"!
Samstag, 30. Mai 2015
Opernbesuch "Carmen"
Im warmen Spanien können Frühlingsgefühle leicht überhitzen und einen Großbrand entzünden. Das Lauffeuer aus Leidenschaft und Eifersucht ist dann nur schwer aufzuhalten.
"Carmen" von dem Franzosen George Bizet, spielt im Sevilla der 1820iger Jahre: Die hübsche Zigeunerin Carmencita verdreht den Männern reihenweise den Kopf, und weiß sich mit ihrer Wirkung Vorteile zu verschaffen. Sie ist es gewohnt dass die Männer ihr zu Füßen liegen, so auch als sie nach einer Messerstecherei verhaftet wird, und den Wachsoldaten Don Jose mit einem eindeutigem Angebot zur Freilassung überredet. Eigentlich ist sie jedoch in den attraktiven Torero Escamillo verliebt, und macht Jose rasend vor Eifersucht. Er stellt sie vor die Wahl: entweder sie folgt ihm, oder er sieht keine andere Möglichkeit als sie zu töten....
Das Stück zeigt, Liebe ist intensiv, vergänglich, spontan und vor allem eines: fragil. Die Liebe, oder in dem Fall Carmen, fragt nicht, sie nimmt sich was sie will.
Eine gute Inszenierung, nahe am Original gehalten und nicht zwanghaft in die Moderne gepresst (siehe Freischütz). Die Bühnengestaltung drängt sich nicht in den Vordergrund, es bleibt bei der traditionellen Darstellung der Zigarettenfabrik.
"Carmen" ist ein sehr feinfühliges und leidenschaftliches Stück, in dem die empfindsame Konstrukt der Liebe und die Spannungen zwischen Mann und Frau durchaus eine Herausforderung bei der Umsetzung spielen. Die Inszenierung von Christof Loy stellt hierbei das Kontrastprogramm zu der postmodernen Auslegung des "Freischütz" von Viestur Kairish dar: Sowohl Kampfesszenen als auch Intimitäten werden bloß von den Schauspieler angedeutet, Carmen setzt ihre weiblichen Reize gekonnt in den Vordergrund ohne zu viel Nackte Haut zu zeigen. Sie als Person verkörpert eine starke, emanzipierte und selbstbestimmte Frau, und dieser Darstellung wird zum Glück nicht durch eine Überbetonung der Weiblichkeit widersprochen. Es ist eine Gratwanderung zwischen körperlicher Spannung und Obszönität, die der Regisseur hier ideal meistert.
Auch die Stimmen der Schauspieler sind grandios, in dieser Inszenierung werden zusätzlich noch ein Knaben- und ein Mädchenchor herbeigezogen. Und obwohl die Oper auf der Ursprungssprache Französisch aufgeführt wird, empfand ich es nicht als langweilig oder nervig, den Text ständig an der Wand mitlesen zu müssen. Nur trat das Ende leider ein wenig zu plötzlich auf; Carmen wird von Jose getötet und der Vorhang fällt.
Mein Fazit als Oper-Laie: Ein tolles Stück, zeitlos und leidenschaftlich, nicht entfremdet sondern in gewohnter Umgebung solide dargestellt.
An dieser Stelle ein weitere Beobachtung: Ich finde die bunte Vielfalt im Opernpublikum sehr interessant: Sowohl viele Schüler als auch einige ältere Menschen interessieren sich gleichermaßen für die Oper, und auch vom äußeren Auftreten in der Kleidung etc. unterscheiden sich die Zuschauer stark! Allerdings finde ich es ziemlich ärgerlich, wenn die Menschen am Ende der Vorstellung vor Abschluss des Verbeugungsaktes den Saal verlassen. Es ist respektlos gegenüber der Arbeit der Schauspieler und geringschätzig im Bezug auf deren Leistung.
"Carmen" von dem Franzosen George Bizet, spielt im Sevilla der 1820iger Jahre: Die hübsche Zigeunerin Carmencita verdreht den Männern reihenweise den Kopf, und weiß sich mit ihrer Wirkung Vorteile zu verschaffen. Sie ist es gewohnt dass die Männer ihr zu Füßen liegen, so auch als sie nach einer Messerstecherei verhaftet wird, und den Wachsoldaten Don Jose mit einem eindeutigem Angebot zur Freilassung überredet. Eigentlich ist sie jedoch in den attraktiven Torero Escamillo verliebt, und macht Jose rasend vor Eifersucht. Er stellt sie vor die Wahl: entweder sie folgt ihm, oder er sieht keine andere Möglichkeit als sie zu töten....
Das Stück zeigt, Liebe ist intensiv, vergänglich, spontan und vor allem eines: fragil. Die Liebe, oder in dem Fall Carmen, fragt nicht, sie nimmt sich was sie will.
Eine gute Inszenierung, nahe am Original gehalten und nicht zwanghaft in die Moderne gepresst (siehe Freischütz). Die Bühnengestaltung drängt sich nicht in den Vordergrund, es bleibt bei der traditionellen Darstellung der Zigarettenfabrik.
"Carmen" ist ein sehr feinfühliges und leidenschaftliches Stück, in dem die empfindsame Konstrukt der Liebe und die Spannungen zwischen Mann und Frau durchaus eine Herausforderung bei der Umsetzung spielen. Die Inszenierung von Christof Loy stellt hierbei das Kontrastprogramm zu der postmodernen Auslegung des "Freischütz" von Viestur Kairish dar: Sowohl Kampfesszenen als auch Intimitäten werden bloß von den Schauspieler angedeutet, Carmen setzt ihre weiblichen Reize gekonnt in den Vordergrund ohne zu viel Nackte Haut zu zeigen. Sie als Person verkörpert eine starke, emanzipierte und selbstbestimmte Frau, und dieser Darstellung wird zum Glück nicht durch eine Überbetonung der Weiblichkeit widersprochen. Es ist eine Gratwanderung zwischen körperlicher Spannung und Obszönität, die der Regisseur hier ideal meistert.
Auch die Stimmen der Schauspieler sind grandios, in dieser Inszenierung werden zusätzlich noch ein Knaben- und ein Mädchenchor herbeigezogen. Und obwohl die Oper auf der Ursprungssprache Französisch aufgeführt wird, empfand ich es nicht als langweilig oder nervig, den Text ständig an der Wand mitlesen zu müssen. Nur trat das Ende leider ein wenig zu plötzlich auf; Carmen wird von Jose getötet und der Vorhang fällt.
Mein Fazit als Oper-Laie: Ein tolles Stück, zeitlos und leidenschaftlich, nicht entfremdet sondern in gewohnter Umgebung solide dargestellt.
An dieser Stelle ein weitere Beobachtung: Ich finde die bunte Vielfalt im Opernpublikum sehr interessant: Sowohl viele Schüler als auch einige ältere Menschen interessieren sich gleichermaßen für die Oper, und auch vom äußeren Auftreten in der Kleidung etc. unterscheiden sich die Zuschauer stark! Allerdings finde ich es ziemlich ärgerlich, wenn die Menschen am Ende der Vorstellung vor Abschluss des Verbeugungsaktes den Saal verlassen. Es ist respektlos gegenüber der Arbeit der Schauspieler und geringschätzig im Bezug auf deren Leistung.
Dienstag, 19. Mai 2015
Kopfchaos
Manchmal glaube ich, ich kann dem Druck nicht standhalten. Ich stelle mir vor, wie ich wie ein Mikadostäbchen unter der schweren Last der anderen Hölzer zusammenreche. Mein Kopf droht zu explodieren -Informationsstau. Ich bin oft traurig weiß nicht warum. Ich habe ständig schlechte Laune weil ich immer mit meiner prall gefüllten To-Do-Liste im Hinterkopf umher laufe.
Eigentlich sollte ich mich gar nicht beschweren, immerhin geht es tausenden Schülern in der Oberstufe so, aber ich frage mich: Bin nur ich so wenig belastbar? Quält der ständige Leistungsdruck nur mich so sehr?
Es geht auf das Schuljahresende zu, ich gehe in die 11.Klasse. Im Moment stecke ich mitten in der Klausurphase: Zwei Klausuren habe ich schon hinter mir; drei folgen noch. Daneben stehen ein Referat, ein Test und ein aufwändiger Projekt-Bericht an. Die meisten Sorgen bereitet mir aber meine Führerscheinprüfung, die ich auch noch irgendwie dazwischen schieben muss. Außerdem habe ich nächste Woche Geburtstag; ich hatte noch gar keine Zeit, um mich darauf zu freuen, die Tage vergehen eh zu schnell.
Ich habe ständig Angst zu versagen; habe zu hohe Erwartungen an mich selbst. Ich kann meinen eigenen Anforderungen oft nicht gerecht werden, genauso wenig wie denen meiner Mitmenschen. Ich habe das Gefühl, ich mache mir selbst das Leben schwer, denn bei meinen Mitschülern scheint der Stresspegel deutlich niedriger zu sein.... Oder scheint das nur so?
Im Moment wünsche ich mir nichts mehr, als dass ich die Zeit bis zu den Sommerferien erfolgreich überstehe. Ich habe große Pläne, werde die interessanteste Reise meines Lebens machen: es geht in alleine die USA. Doch davor liegt noch ein großer Berg Arbeit vor mir, ich kann nicht mal die Spitze sehen.
Ich weiß nicht, ob es irgendjemanden interessiert, wenn ich hier mein Innerstes nach Außen kehre. Mir ist klar, es ist jammern auf hohen Nivau.
In diesem Sinne: keep calm & continue studying (you have no other option)!
Eigentlich sollte ich mich gar nicht beschweren, immerhin geht es tausenden Schülern in der Oberstufe so, aber ich frage mich: Bin nur ich so wenig belastbar? Quält der ständige Leistungsdruck nur mich so sehr?
Es geht auf das Schuljahresende zu, ich gehe in die 11.Klasse. Im Moment stecke ich mitten in der Klausurphase: Zwei Klausuren habe ich schon hinter mir; drei folgen noch. Daneben stehen ein Referat, ein Test und ein aufwändiger Projekt-Bericht an. Die meisten Sorgen bereitet mir aber meine Führerscheinprüfung, die ich auch noch irgendwie dazwischen schieben muss. Außerdem habe ich nächste Woche Geburtstag; ich hatte noch gar keine Zeit, um mich darauf zu freuen, die Tage vergehen eh zu schnell.
Ich habe ständig Angst zu versagen; habe zu hohe Erwartungen an mich selbst. Ich kann meinen eigenen Anforderungen oft nicht gerecht werden, genauso wenig wie denen meiner Mitmenschen. Ich habe das Gefühl, ich mache mir selbst das Leben schwer, denn bei meinen Mitschülern scheint der Stresspegel deutlich niedriger zu sein.... Oder scheint das nur so?
Im Moment wünsche ich mir nichts mehr, als dass ich die Zeit bis zu den Sommerferien erfolgreich überstehe. Ich habe große Pläne, werde die interessanteste Reise meines Lebens machen: es geht in alleine die USA. Doch davor liegt noch ein großer Berg Arbeit vor mir, ich kann nicht mal die Spitze sehen.
Ich weiß nicht, ob es irgendjemanden interessiert, wenn ich hier mein Innerstes nach Außen kehre. Mir ist klar, es ist jammern auf hohen Nivau.
In diesem Sinne: keep calm & continue studying (you have no other option)!
Donnerstag, 14. Mai 2015
Bella Italia! - Unterwegs in Sachen Europa
Ein Austausch, eine Mission: Völkerverständigung innerhalb Europa & über die kulturellen Grenzen hinweg
In diesen Tagen, in denen Krieg, Not und Flüchtlingskatastrophen die Nachrichten bestimmen, ist die Frage nach der Europäischen Identität und deren Beeinflussung durch Integration aktueller denn je. Was passiert mit Europa, wenn fremde Kulturen und Traditionen unser Bewusstsein verändern? Wie kann die europäische Gemeinschaft die Flüchtlingsströme aufnehmen und in unsere Gesellschaft integrieren?
Mit diesen Themen beschäftigt sich das von der EU-initiierte Comenius-Projekt, ein Arbeitszusammenschluss von Schulen aus Dänemark, Schweden, Italien, Spanien und Deutschland.
Auch ich nehme seit Beginn des Schuljahres an diesem Projekt teil, und bin in diesem Rahmen in der letzen Woche zu einem Zusammentreffen der verschiedenen Schülergruppen in das italienische Leno geflogen. Vier Tage lang habe ich in einer Gastfamilie verbracht, und die italienische Kultur kennengelernt. Leno liegt ca. zwei Stunden von Mailand entfernt, und auch der Gardasee ist nicht weit.
Hier ein paar Eindrücke von meiner Italien-Erfahrung:
In Mailand treffen alte und neue Architektur aufeinander. Da aktuell die Expo 2015 in der Italienischen Metropole stattfindet, setzt man verstärkt auf die Präsenz des globalen Verstehens und Zusammenhalts.
In diesen Tagen, in denen Krieg, Not und Flüchtlingskatastrophen die Nachrichten bestimmen, ist die Frage nach der Europäischen Identität und deren Beeinflussung durch Integration aktueller denn je. Was passiert mit Europa, wenn fremde Kulturen und Traditionen unser Bewusstsein verändern? Wie kann die europäische Gemeinschaft die Flüchtlingsströme aufnehmen und in unsere Gesellschaft integrieren?
Mit diesen Themen beschäftigt sich das von der EU-initiierte Comenius-Projekt, ein Arbeitszusammenschluss von Schulen aus Dänemark, Schweden, Italien, Spanien und Deutschland.
Auch ich nehme seit Beginn des Schuljahres an diesem Projekt teil, und bin in diesem Rahmen in der letzen Woche zu einem Zusammentreffen der verschiedenen Schülergruppen in das italienische Leno geflogen. Vier Tage lang habe ich in einer Gastfamilie verbracht, und die italienische Kultur kennengelernt. Leno liegt ca. zwei Stunden von Mailand entfernt, und auch der Gardasee ist nicht weit.
Hier ein paar Eindrücke von meiner Italien-Erfahrung:
Milano - vor dem Mailänder Dom bei strahlendem Sonnenschein. Danach eine Führung durch die beeindruckende Kathedrale und ein italienisches Gelato (schmeckt übrigens viel intensiver als das "italienische" Eis aus Deutschland).
In Mailand treffen alte und neue Architektur aufeinander. Da aktuell die Expo 2015 in der Italienischen Metropole stattfindet, setzt man verstärkt auf die Präsenz des globalen Verstehens und Zusammenhalts.
Mailands Straßen und Gassen sind nicht echt - das italienische Kulturgut ist erhalten geblieben. Es scheint, als ob die Globalisierung vorbeigezogen ist. Eine Weltstadt die ihre Identität bewahrt hat, Mailand hat sein Flair behalten!
Von Mailand als Modehauptstadt war ich allerdings ziemlich enttäuscht: Viele Edelmarken, wenig bezahlbares. Ein Shoppingtrip nach Mailand lohnt sich nur für das große Portmonnaie...
Simione am Largo di Garda: ein wunderschönes Touristenötrchen - natürlich voller Deutscher Landsleute!
Das Wetter war sogar so warm, dass man locker im See hätte schwimmen können, ich aber habe es bei den Beinen im Wasser belassen...
Die Aussicht auf den Gardasee von einer Römischen Archäologie Fundstätte.
Gemeinschaft bedeutet alles in einem Europa unserer Zeit - das habe ich bei diesem Austausch gelernt. Ich hatte eine tolle Zeit und habe viele neue Kontakte geknüpft und schon vorhandene Freundschaften gestärkt. Vier Tage voller neuer Erfahrungen, internationalem Verstehen, und einem neuen Bewusstsein für die Entwicklung in Europa!
Wir werden in Zukunft vor viele neue Herausforderungen gestellt: Wir Jugendliche sind die Erwachsenen von morgen, die sich mit der Flüchtlingsproblematik in einigen Jahren auseinandersetzen müssen. Allerdings ist ein solches Bewusstsein und Aufgeklärtheit bisher ein Privileg für die "besser Gebildeten". Ich finde, das Politik Unterricht oder Religionswissenschaften verpflichtend für alle Schultypen sein sollen, um Vorurteile und Barrieren in der Bevölkerung abzubauen. Denn es sind die Unaufgeklärten, die rechtsextremen und ausländerfeindlichen Organisationen hinterhereifern und ein offene und Wilkommenskultur gefährden!
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