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Mittwoch, 27. April 2016

Cheyenne vom Bahnhof Zoo

Im letzten Monat habe ich ein paar Tage in Berlin verbracht, und ein weiteres Seminar der Medienwerkstatt der Konrad-Adenauer-Stiftung besucht.
Das Thema: "TV"- die Aufgabe: eigene Beiträge produzieren, Interviews führen, die Stadt erkunden.

Zusammen mit zwei Teilnehmerinnen, die in der Zeit auch Freundinnen geworden sind, haben ich eine Obdachlose am Bahnhof Zoologischer Garten begleitet. Dabei stand für uns der Ruf des Bahnhofs im Vordergrund: inwiefern spielt das Schicksal der Christiane F. dort heute noch eine Rolle?

Was dabei heraus gekommen ist, könnt ihr hier sehen:


Über ein Feedback würde ich mich sehr freuen :)

Mittwoch, 13. Januar 2016

Inselromatik auf Sylt

Zum fünften Mal Sylt, und doch nicht langweilig! 
Die Woche Urlaub zwischen Weihnachten und Neujahr ist immer eine besondere Zeit fernab von Alltag, Eltern und Stress mit einem besonderen Lebensgefühl für mich. Auf Sylt ticken die Uhren anders - Eintauchen in eine andere Welt für eine Woche im Jahr. 
Auch diesmal ist die Zeit natürlich wieder viel zu schnell vorbeigegangen, aber ich möchte ein paare Momente teilen, und das Fernweh für die Nordsee bei dem ein oder anderen wecken:





Der Hindenburg Damm: Im Jahr 1927 fertiggestellt und nach dem damaligen Reichspräsidenten benannt, sichert er die Zugverbindung zwischen Insel und Festland. Hier sieht man den Autozug (für den es in der Hauptsaison ewig lange Wartezeiten gibt...)







Das Motto hier in Kampen....






















Die Friedrichstraße in Westerland: die Haupt-Einkaufsstraße und Flaniermeile. Gesehen und gesehen werden gilt hier, und in einem der gemütlichen Cafes, wo man auch in Winter draußen sitzt, kann man herrlich Leute beobachten!


Gosch - der wohl bekannteste Fischhändler der Nodsee mit Ursprung auf Sylt. Hier in Westerland ist sonst kein Platz mehr bei dem beliebten Fischrestaurant zu bekommen, aber in den ersten Januartagen leert sich die Insel so sehr, dass die Friedrichstraße fast nicht mehr wieder zuerkennen ist!




Eine ehemalige Bunkeranlage aus der ein Künstler ein Cafe gemacht hat. Scheinbar endlose Gänge und liebevoll gestaltete Räume machen die "Kupferkanne" bei den Touristen so beliebt!









Das "rote Kliff" in Kampen - scheinbar der In-Club für partywütige auf Sylt. Dekadenz, hohe Preise und immer gleiche Musik habe ich allerdings dort erfahren. Stimmung kam hier eher langsam auf. Jungs, nicht viel älter als ich, zeigen hier was Pappis Portemonnaie so her gibt, und bestellen 6 Liter Wodka Flaschen - und sitzen dann mit ihren Ipohnes vor der Tanzfläche herum!

















Silvester: die traditionelle Strandparty von NDR2 und ein großes Feuerwerk gehören einfach dazu. Nach dem Feuerwerk wird das neue Jahr in einem der Cafes oder bei Gosch eingeläutet.

Ein Schriftzug entdeckt in einer kleinen Boutique....












Aber Sylt ist nicht nur dekadent - es bietet eine wunderschöne Dünenlandschaft, gute Restaurants und ein besonderen Lebensstil

Tipps für Sylt-Touristen:
- in Restaurants muss früh genug reserviert werden - spontan bekommt man leider nur selten einen Platz in der Hauptsaison
- an regnerischen tagen eignet sich das Schwimmbad "Sylter Welle" oder das Museum "Naturgewalten Sylt" in List
- am Autoreisezug ist mit langen Wartezeiten zu rechnen - umsteigen auf die Fähre nach Dänemark ist nicht nur billiger sondern auch nur unwesentlich weiter
- Abreisen direkt nach Silvester ist eher unklug - lieber noch ei paar Januartage bleiben, dann wird die Insel leer und der Zug auch
- ein Fischbrötchen bei Gosch muss man mal gegessen haben...
- im Winter verwandelt sich der Strand zu einer Hundespielwiese
- das traditionelle "Neujahrsbaden" in Wenningstedt ist sehenswert- Menschen in verrückten Verkleidungen stürzten sich in die eiskalten Fluten der Nordsee um das neue Jahr zu begrüßen


Sonntag, 3. Januar 2016

Naturgewalten Erlebniszentrum auf Sylt


Einen stürmischen und ungemütlichen Tag auf Sylt verbringt man am besten im Museum - im Naturgewalten Erlebniszentrum auf Sylt/List. Ein Spaß für jedes Alter rund um das Klima, Erderwärmung und die Insel. Ich war begeistert von dem Besuch und habe viel neues Wissen mitnehmen können. Einiges davon möchte ich teilen, auch um einen Einblick in die Themenwelt dort zu geben.





Tropen
Die Tropen sind wie der Gürtel des Äquators. Die Temperaturen bleiben im Jahresverlauf konstant, die Niederschlagsmengen aber wechseln und können in wechselfeuchten Tropen starke Regen- und Trockenzeiten verursachen. Allerdings bleiben die Trockenzeiten in den immerfeuchten Tropen am Äquator aus, während es in den trockenen Tropen sogar Wüsten und Halbwüstengebiete gibt.

Gemäßigte Tropen
Die Gemäßigte Zone reicht vom Polarkreis bis zum 40.Breitengrad und umfasst sowohl kalte, kühle und warmgemäßigte Zonen. Es gibt Schwankungen in den Tageslängen und ausgeprägte Jahreszeiten, dabei verteilen sich die Niederschläge gleichmäßig über das Jahr bei unbeständiger Witterung. Die Winde kommen meist von Westen.

Subtropen
Die Jahresmitteltemperatur beträgt hier 20°C bei tropischen Sommern und nicht-tropischen Wintern. Das Klima ist jedoch regional verschieden. Es wird differenziert zwischen trockenen Subtropen wie die Sahara-Wüste oder der nahe Osten, den winterfeuchten Subtropen wie Mittelmeer-Regionen, Zentral-Chile, Kalifornien, Süd-West Australien oder Südafrika und immerfeuchten Subtropen wie im Kaukasus, Afghanistan, Nord-Iran und im Osten der USA.

Subpolare Zone
Sie bezeichnet den Übergang zwischen polarer und gemäßigter Klimazone und wird stark von den Winden beeinflusst: warme Westwinde im Sommer und polare Ostwinde im Winter. Typisch sind trockene und lange Winter und trockene und kurze Sommer.

Es gibt zwei polare Zonen auf der Erde: die Arktis als Kontinent um den Nordpol und die Antarktis als von Kontinenten umgebener Ozean um den Südpol. Das Meereis in der Arktis beginnt bedrohlich schnell zu schmelzen - laut Prognosen von Forschern wird die Arktis am Ende dieses Jahrhunderts im Sommer eisfrei sein. In der Antarktis hat man dieses Phänomen noch nicht beobachten können, trotzdem lösen sich auf der antarktischen Halbinsel seit den letzten Jahrhunderten schwimmende Gletscher (Schelfeis) und stürzen ins Meer.

Der Coriolis-Effekt
Die Coriolis-Kraft wird durch die Erdrotation bewirkt und wirkt erst, wenn ein Körper durch andere Kräfte wie z.B. Winde in Bewegung gesetzt wird. Auf der Nordhalbkugel wir der bewegte Körper nach rechts, auf der Südhalbkugel nach links gezogen. Allerdings gibt es am Äquator keine Coriolis-Kraft.























Die Erderwärmung - ein großer Bestandteil der Themenreihe im Naturgewalten-Museum. Experten gehen davon aus, dass die Temperatur der Erde in den kommenden 20 Jahren um 0,2 Grad pro Decade in den  ansteigt - und wir Menschen sind schuld daran. Seit Beginn der Industrialisierung vor ca. 150 Jahres stoßen wir immer mehr Kohlenstoffe und Stickoxide aus und denken nicht witer über die Folgen unseres rücksichtslosen Verhaltens nach. Den größten Anteil an der Erderwärmung hat der Energiesektor mit 41%, danach kommen Gewerbe und Industrie sowie Verkehr mit je 19% genauso wie die privaten Haushalte mit dem selben Anteil. Die Landwirtschaft und Landnutzungsänderung tragen nur zu 6% zur Erderwärmung bei.


Extreme Wetterphänomene wie Hitzeepisoden, Dürregebiete, Starkniederschläge und tropische Wirbelstürme weisen darauf hin.
Seit 1993 hat sich Anstiegsgeschwindigkeit des Meeresspiegels von 1,7 mm auf 3,1 mm pro Jahr fast verdoppelt.


Innovationen zur Reduktion des CO2-Ausstoßes:
- Knie-Dynamos aus Kanada: das praktische Energielieferant der durch das Beugen und Schwingen des Knies genug Energie umsetzt um das Handy auszuladen!
- Rohre unter der Asphaltdecke der Straße die die Wärme speichern und in Energie umwandeln

Eis-Albedo-Effekt
Sonnenlicht wird von weißen Eisflächen reflektiert und in die Atmosphäre umgeleitet. Dunkels Wasser absorbiert den größten Teil, was wiederum zu einer Erwärmung der Eisflächen führt, Dieses Phänomen kann man auch - wie in einem Video der Realschule der Insel dargestellt - an schwarz-weiß gefleckten Kühen beobachten. Die Kühe mit mehr schwarz im Fell schwitzen mehr, Schwarz zieht die Sonne an! 



Tornados und Hurrikans: Der Unterschied
Tornados sind kleinräumig und nicht von langer Dauer. Sie reichen bis zum oberen Rand von Gewitterwolken, sind aber nur 100 bis 300 m breit. Nach durchschnittlich zehn Minuten ist ein Tornado wieder vorüber.
Hurrikans dagegen haben einen Durchmesser von 500 bis 1000 km und können bis 17 Meter in die Höhe reichen. Sie können mehrere Tage lang wüten.


Die Sylter sind an die extremen Wetterbedingungen, schnellen Umschwünge und Sturmfluten gewohnt. 
Besonders schlimme Schäden an den Küsten Sylts haben bisher Orkantief Christian am 28. Oktober 2013 und Orkantief Xaver vom 5. bis 7. Dezember 2013 angerichtet. Experten sagen voraus, dass sich die Häufigkeit und Höhe von Sturmfluten in der Zukunft erhöhen wird.

Der Sturmsimulator versetzt den Besucher in das Gefühl, mitten in der Sylter Brise zu stehen. Windstärke 20 bewirkt mäßig hohe Wellenberge und abwehende Gischt - allerdings ist die Simulation nicht zu vergleichen mit den echten Wetterbedingungn draußen! Dort herrschen gefühlte 100 m/s!

An der Westküste Sylts gibt es sogenannte Wanderdünen, die ohne die Bepflanzung mit Strandhafer zur echten Gefährdung für Häuser und Straßen werden können. Die bis zu 30m hohen Wanderdünen wandern jährlich 3 bis 4m- 875m beträgt der Abstand zu den ersten Häusern von list. Das Sandgebilde würde den Ort List in 250 Jahren erreichen, doch den genauen Fortgang bestimmt der Wind.

"Man muss sie sich verfünffacht vorstellen, man glaubt, in der Sahara zu sein"
- Thomas Mann über die Lister Wanderdünen, Anfang des 20.Jh



Eine Äolsharfe - auch Windharfe genannt, weil ihre Saiten vom Wind gespielt werden. Daraus ergibt sich ein geisterhaftes Heulen.




Rechts: Der Schiffsbohrwurm ist der Schrecken der Seefahrer. Er bohrt sich in das Holz hinein - bis zu 30 cm durchbohren sie Eichenstämme in einem halben Jahr und können drei Jahre alt werden! Die Pfähle werden auch Dalben genannt und zum Anbinden von Schiffen verwendet.


Ward ihr auch schon einmal dort? Was macht ihr am liebsten auf Sylt?

Mittwoch, 2. Dezember 2015

journalistische Nachwuschsförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung: Radio-Seminar in Düsseldorf


Viele Wege führen nach Rom -und in den Journalismus! Früh übt sich was ein Meister werden will, ein Sprichwort, das sich besonders Journalisten zu Herzen nehmen sollten. Ich habe mich für ein Seminar der Konrad-Adenauer -Stiftung angemeldet, und in der letzten Woche vier Tage in Düsseldorf verbracht. Radio -  so lautet das Thema des Intensivkurses. Vier Tage lang beschäftigen wir uns mit dem Hörfunk, die Trainerin ist eine freie Journalistin vom NDR. Wir, das sind 12 junge Menschen im Alter von 16 bis 18 Jahren, interessiert am Journalismus und der Neugier, neue Dinge auszuprobieren.

Donnerstag, 26.11.15: Ich fahre nach Düsseldorf. Eine Stadt, die gar nicht so weit von mit entfernt liegt, die ich aber trotzdem noch nie besucht habe. Die Jugendherberge, in der wir untergebracht sind, liegt auf der anderen Seite des Rheins, ich muss also ein paar Stationen mit der U-Bahn fahren - für ein Dorfkind wie mich eine ziemliche Herausforderung! Beim ersten Versuch nehme ich die Bahn in die falscher Richtung, komme aber doch noch gut an der Herberge an. Mein Zimmer dort teile ich mit mit einem Mädchen aus Berlin, wir verstehen uns gut, tauschen uns über unsere Erfahrungen aus. Am Nachmittag beginnt bereits der erste Theorie-Block des Seminars, die Trainerin führt uns in die Basics des Radio-Journalismus ein. Wir dürfen sowohl sie als auch den Seminarleiter duzen, es ist eine lockere Atmosphäre, schnell fassen wir Vertrauen zueinander.


















Freitag, 27.11.15: Ein Besuch beim WDR steht an. Darauf freue ich mich besonders, bin gespannt auf die Einblicke in den Fernsehjournalismus. Im Düsseldorfer Medienhafen steht das Glasgebilde, es ist das größte Regionalstudio des öffentlich-rechtlichen Senders. Die Führung bringt uns in ein Radiostudio und wir können ein Teile der Fernsehstudios durch eine große Glasscheibe von einer Galerie aus betrachten. Unten werden letzte Vorbereitungen für eine Sendung getroffen. Aber auch für uns wird es an diesem Tag praktisch: bewaffnet mit Mikrophon und Aufnahmegerät geht es in die Innenstadt zum Interviewtöne "holen". Wir wollen eine eigene kleine Radiosendung zum Thema "Weihnachtsblues" erstellen, zu der jeder von uns einen eigenen Beitrag zu einem frei gewählten Thema beisteuert. Einige entscheiden sich für Umfragen, z.B. zum Thema Weihnachtstraditionen, Sicherheit auf dem Weihnachtsmarkt oder Glühweinkonsum in der Adventszeit. Ich möchte mich mit Obdachlosigkeit in Düsseldorf beschäftigen, und wähle die Darstellungsform eines gebauten Beitrags; das heißt, ich möchte eigene Texte mit aufgenommenen O-Tönen mischen.















Eigentlich will ich dabei auch die Arbeit mit Obdachlosen beleuchten. Meine erste Anlaufstelle ist die Bahnhofsmission, dort habe ich leider keinen Erfolg: die Mitarbeiter dürfen mir keine Auskunft geben, bringen mich aber zum Bahnhofsvorplatz wo meine Interview-Reise beginnt. Ich treffe einige Punks und einen weiteren Obdachlosen, der mir im Gespräch erzählt, er habe die letzten 20 Jahre im Gefängnis verbracht - . Als nächstes fahre ich auf den Weihnachtsmarkt in die Altstadt. Dort interviewe ich zwei Pfandsammler, sowie ein paar Bettler in der Einkaufsstraße. Dort befrage ich auch einige Passanten nach ihrer Haltung zu Obdachlosen und den Einfluss der Weihnachtszeit auf ihre Geberlaune. Als es schon dunkel wird, fahre ich noch einmal zurück zum Bahnhof, hoffe, die Punker dort anzutreffen. Und tatsächlich - auf dem Vorplatz sitzt ein Mann mit Gitarre, "I wonna smoke" singt er dazu - "Was meinen Sie, sind die Drogenverdächtig?", fragt mich der alte Mann, der neben mir steht.. Und da sind sie, die Vorurteile gegen Unkonventionalität und Anderssein. In den Gesprächen, die ich an diesem Abend noch führe, erfahre ich viel über die Punksszene, vor allem aber über die Schicksale, die hinter den schwarzen Gestalten mit den bunten Haaren und Springerstiefeln stecken. Ein von ihnen, er sitzt im Rollstuhl und kann nur schwer sprechen, hat mit 14 Jahren sein Abitur geschafft, ein Studium abgeschlossen. Er hofft, an Weihnachten einmal Essen gehen zu können, wird an den Feiertagen wieder schnorren gehen.  Ein anderer ist erst 17 Jahre alt, wird bald Vater. Er hat den heiligen Abend noch nie gefeiert, wird auch in diesem Jahr wieder mit seinen Kumpels "einen saufen" gehen. Weihnachten ist für die meisten ein Tag wie jeder adere. Er ist genauso alt wie ich, und wir beide stellen diese Gemeinsamkeit überrascht fest - es sind zwei völlig unterschiedliche Lebenswelten, er wirkt so viel selbstständiger - auch in einer Weise reifer als ich. Er ist komplett auf sich allein gestellt, während ich es gewöhnt bin, immer meine Eltern im Rücken zu haben. Die Geschichten, die ich in nur vier Stunden Recherche erfahre, lassen mich nicht los. Schicksale und Menschen, die mir unglaublich leid tun, aber gleichzeitig viele neue Fragen aufwerfen. Die Offenheit der Menschen begeistert mich sehr, so viel Vertrauen und Freundlichkeit hatte ich nicht erwartet! Aber wie kann ich all die guten Töne in einem kurzen und knackigen Beitrag unterbringen? Ich habe Angst, den Geschichten nicht gerecht zu werden.




















Samstag, 28.November: Heute wird geschnitten: nach einer Einführung in das "Schreiben für's Hören", werden wir ins kalte Wasser in Sachen Technik geworfen. Ich bin vorher noch nie mit einem Schneideprogramm in Berührung gekommen, nun muss ich meine Interviewetöne schneiden, einen passenden Text schreiben, und einheitliche Atmosphäre darunter legen. Ich bin etwas überfordert, arbeite langsam. Das Manuskript, das heißt der geschriebene Text mit den ausgeschriebenen Interviewtönen, muss abgeliefert werde, und bei der Besprechung mit der Trainerin ist stellt sich heraus: mein Beitrag ist viel zu lang: fast 6 Minuten - dabei hätte ich locker eine viertel Stunde mit all den Aussagen und Eindrücken füllen können. Mein Beitrag wird gekürzt, danach geht es ans einsprechen: ein professionelles Mikrophon steht uns zum Aufnehmen unseres Textes zur Verfügung. Etwas befremdlich ist es, die eigene Stimme so klar und echt zu hören, eine völlig neue Erfahrung. Zuletzt wird das Gesagte zwischen die Interviewtöne geschnitten. Ich sitze bis 12 Uhr in der Nacht an meiner Reportage, und bin froh, sie nach anfänglichen Startschwierigkeiten doch zusammengebastelt bekommen zu haben.
Es ist der letzte Abend und eigentlich hatten wir uns vorgenommen, noch einmal in die Stadt zu fahren, entscheiden uns aber doch dazu, den Abend in einem der Zimmer ausklingen zu lassen. Es ist noch eine wunderschöne Zeit - wir verstehen uns untereinander so gut, obwohl wir uns erst seit 3 Tagen kennen. Morgens um vier gehen wir noch gemeinsam auf die Rheinbrücke - warum genau weiß ich auch nicht so genau - aber das Gefühl dort war unbeschreiblich. Eine tolle Zeit hinter uns, bleibende Erfahrungen interessante Bekanntschaften im Gepäck, leuchtet die nächtliche Düsseldorfer Skyline auf, und wir fühlen uns gut!




















Sonntag, 29.November: Nach einer kurzen Nacht hören wir uns am Morgen die fertige Radiosendung an. Unsere Trainerin hatte bis tief in die Nacht daran gearbeitet, alle Beiträge zusammen zu schneiden. Eine richtige Sendung ist entstanden, es gibt Moderatoren, Nachrichten und interessanten Themen rund um das Weihnachtsfest. Am Ende läuft Mariah Careys "All I want for Christmas" und man kann die Freude und Erleichterung in unseren Gesichtern sehen. Jetzt kann Weihnachtszeit kommen!

Hier geht es zur Seite der KAS-Medienwerkstatt, mit vielen interessanten Angeboten für Schülern, die sich für den Journalismus interessieren!

Dienstag, 3. November 2015

Lovely London - 48h trip nach England

Eine Weltstadt wie London kann man nicht in 12 Stunden erkunden, zumindest aber kann man sich einen ersten Eindruck verschaffen.
London wurde vor 2000 Jahren von den Römern gegründet, und teilt sich grob in zwei Bezirke auf: die City of London und die City of Westminster, auch "Westend" genannt. Die City of London beherbergt 560 Banken, 300.000 Menschen kommen jeden Tag zur Arbeit dort hin. Westminster ist benannt nach dem gleichnamigen Lord, vierzig Theater befinden sich dort. In London leben laut Schätzungen insgesamt 8,2 Millionen Menschen.



Die Burganlage, die in ihrer Gesamtheit "Tower of London" genannt wird, beherbergt 20 Türme und wurde im Jahr 1066 von König Wilhelm erbaut. Der war Franzose, und hatte sich um den Streit um den Königsthron gegen Harald in der Hastings-Schlacht durchgesetzt. Dementsprechend unbeliebt war er bei der englischen Bevölkerung; er setze die französische Sprache und Gesetze ein und führte Steuererhöhungen durch. Der eigentliche Tower der Burganlage, der "White Tower", fungierte damals als Gefängnis für die Gegner des Königs. Heute werden darin die Kronjuwelen der Queen aufbewahrt. 



Der Buckingham Palace ist im Jahr 1836 von Queen Victoria als Königssitz festgelegt worden. Die Es ist Wochenende und die britische Flagge weht, das heißt, die Queen ist nach Schloss Windsor gefahren.Wird allerdings die königliche Flagge auf dem Palast gehisst, befindet sie sich in London. 






















Seit 2012 heißt der Glockenturm des Parlaments "Elisabeth Tower". Trotzdem ist er den meisten Menschen weiterhin unter dem Namen "Big Ben" bekennt.



 Im Vorhof der Westminster Abbey reihen Menschen kleine Kreuze mit Mohnblumen aneinander, sogenannte "remembrance poppies". In Gedenken an Kriegsveteranen und ihre Familien, besonders an die Opfer der beiden Weltkriege, kann man gegen eine Spende kleine Ansteck-Mohnblume erhalten.





Die Säule auf dem Trafalgar Square erinnert an berühmte Seeschlacht des Admiral Nelson gegen Napoleon. Nelson selbst liegt in  Saint Paul's Cathedral begraben. 
An diesem Wochenende findet das Finale der Rugby WM in England statt, und Trafalgar Square wird zur Fanmeile umfunktioniert. Fernsehübertragungen, Attraktionen und Gastronomie  mitten auf dem zentralen Platz in London.













Der perfekte Ort für ein Mittagessen: Sandwich mit Würstchen, Bacon und Rührei- typisch englisch.



































Die National Gallery am Trafalgar Square bietet die bedeutendste Kunstsammlung des Landes - das nötige Kulturprogramm für unseren Trip ohne etwas dafür bezahlen zu müssen. Obwohl ich selbst ein kleiner Kunstbanause bin, war aber trotzdem begeistert von der monumentalen Innenarchitektur des Gebäudes und der Atmosphäre die von anderen Zeiten und Kulturen erzählt.




Chinatown im Stadtteil Westend: Hier wird die asiatische Kultur gefeiert, dabei steht das Kulinarische im Vordergrund. Wer Lust auf eine Pekingente am Stück hat, ist hier genau richtig. Bevor das Fleisch auf den Teller kommt kann man es im Schaufenster betrachten.

















Covent Garden war bis vor 40 Jahren der größte Obst- und Gemüsemarkt Londons, heute ist es der New Covent Garden auf der anderen Seite der Themse. Ursprünglich war der "Konvent Garden" der Garten des Klosters von Westminster, in dem die Mönche ihren Eigenanbeu verkauften.
Heute ist es der perfekte Ort um englische Köstlichkeiten zu genießen und nach außergewöhnliche Schmuckstücke oder Kunst zu stöbern. Leider ist die Markthalle traditionell überfüllt, trotzdem ist es eine kleine Oase im Großstadtdschungel.




Zum Mittagessen gibt es Fish 'n Chips - ungesund, fettig und sehr lecker!





Saint Paul's Cathedral - hier haben im Jahr 1981 Charles und Diana geheiratet, Westminster Abbey wäre für ihre 3000 Gäste zu klein gewesen. In Saint Pauls Cathedral sind viele bekannte Engländer begraben, und einige Gedenkstätten für die Opfer von verschiedenen Kriegen.
Auch hier ist der Eintrittspreis happig: 17 Pounds inkl. Besichtigung der Krypta und der Kuppel. Wir sind extra hierher gekommen um London von oben sehen zu können, weil wir uns die teure Fahrt mit London Eye sparen wollten. Leider passt dieser Preis allerdings auch nicht in unser Budget, und als ich unser Problem dem netten Mann an der Kasse erkläre, schenkt er uns kurzerhand die zwei Tickets. Gerührt von so viel Freundlichkeit, unternehmen wir eine Führung mit einem Audio Guide durch Kirche und Krypta, und gehen anschließend die mehreren hundert Stufen bis in die Kuppel hinauf. Auf dem Weg dorthin erreichen wir zunächst einmal die "Whisper Gallery", von wo aus man auf den Innenraum der Kathedrale aus 30m höhe hinabschauen kann; weit über dem prunkvollen Hochaltar und den wunderschönen Wandbemalungen. Der oberste Stock besteht aus einem schmalen Weg entlang der Kuppel. Wir befinden uns 111m übe dem Boden, das Wetter ist toll, und wir beobachten den einsetzenden Sonnenuntergang. Leider haben wir hier nicht viel Zeit, die Wachleute fordern zum schnellen Weitergehen auf.








Nach unserem etwas längeren Besuch in Saint Paul's wollen wir uns die Oxford Street ansehen. Leider wird uns aber der Weg dorthin durch die Menschenmassen am Trafalgar Square, die das Ruby Finale verfolgen, versperrt. Also beschließen wir, die restliche Zeit anders zu nutzen und gehen über die Millenium Bridge zum anderen Ufer der Themse. Es ist Halloween und viele Menschen sind unterwegs. Eine Fahrt mit dem niedlichen "merry-go-round" lassen wir uns nicht entgehen, und genießen die Aussicht auf London Eye und Big Ben bei Nacht.




Unser Ausflug nach London hat sich gelohnt! In zwölf Stunden haben wir uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten gut zu Fuß anschauen können. Die Engländer selbst sind uns immer freundlich und hilfsbereit begegnet, und der Mann in Sait Paul's wird uns noch lange in Erinnerung bleiben! London ist modern, und traditionell zugleich. Die Glasbauten und Hochhäuser einerseits, die altehrwürdigen Backsteingebäude und Kirchen andererseits. Auch die vielen Parks machen die Stadt grün und lassen Erholung mitten in einer Millionenstadt zu. 

 Für einen ersten Eindruck war ein solcher Trip sehr gut geeignet. Meine Freundin und ich haben unsere Reise übrigens bei einem Busunternehmen gebucht, und gute Erfahrungen damit gemacht. Am Freitagabend sind wir losgefahren, haben die Fähre von Dünkirchen nach Dover genommen, und waren bereits morgens um acht Uhr in London.

Gerne würde ich noch einmal nach London reisen, um mehr Zeit für eine ausgiebige Stadtbesichtigung zu nehmen. 
Lovely London, hope to see you soon again!